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Der Steffl und das liebe Geld

Alljährlich, besonders zu Jahresbeginn, tritt die Sorge um die Erhaltung unserer Domkirche besonders drängend in den Vordergrund. Diese Sorge ist so alt wie die Kirche selbst.
Nur schlugen sich ursprünglich nicht die Vertreter der Kirche, sondern angesehene Wiener Ratsbürger damit herum.

Denn der größte Teil alles dessen, was St. Stephan benötigte, sei es für den Bau, sei es für den gottesdienstlichen Bedarf, wurde in früherer Zeit durch Stiftungen und Legate der Bürgerschaft von Wien aufgebracht.

Um nun zu gewährleisten, daß diese Zuwendungen der Spender auch tatsächlich dem Zweck, für den sie gegeben wurden, zugeführt wurden, entstand das Amt der Kirchenpflegschaft
und seit der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts bildete sich
das Kirchenmeisteramt voll aus.
Es war ein Ehrenamt, das nur sehr vermögende Ratsherren des Inneren Rate eben durften.
Von Unregelmäßigkeiten in der Verwaltung der Stephanskirche hat man nie etwas gehört.

Als Bauherren hatten sie sämtliche Rechtsgeschäfte für
die Kirche zu tätigen. Sie waren zu sorgfältiger Verrechnung und Buchführung verpflichtet.
Die leider nur lückenhaft erhaltenen Rechnungen
des Kirchenmeisteramtes sind daher eine besonders wichtige Informationsquelle für den Kirchenbau und geben
einen lebendigen Einblick, vor allem in das Baugeschehen
und darüber hinaus auch in den Alltag rund um die Domkirche.

Das Kirchenmeisteramt war somit ein überaus wichtiges Amt.

Selbst Rudolf IV. gelang es nicht, der Bürgerschaft von Wien die Verantwortung für ihre Hauptkirche zu entziehen.

Erst im 19. Jahrhundert ging die Verantwortung für St. Stephan in finanzieller Hinsicht ganz in kirchliche Hände über.
Zur Behebung der nach den Franzosenkriegen besonders dramatischen Geldnot und der Aufbringung weiterer Mittel wurde dann allerdings im Jahr 1858 ein Dombaukomittee, 1880 der Dombauverein (seit 1938 Wiener Domerhaltungsverein) gegründet.

1987 erfolgte die Gründung des Vereins Unser Stephansdom, der seither mit einer Vielfalt an Ideen versucht, den Ausgleich zu schaffen zwischen den leider abnehmenden Mitteln und dem stetig steigenden Bedarf von St. Stephan.

Verwitterter Wasserspeier am südlichen Langhaus

 

Steinmetz bei der Arbeit am Südturm

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