Die Kanzel
In der Mitte des Langhauses, das im Mittelalter als Laienkirche
diente und vom Chor abgeschlossen war, am mittleren nördlichen
Freipfeiler, errichtet, stellt die Kanzel von
St. Stephan, am Beginn der Neuzeit errichtet, ein Werk von
reicher Symbolik, den Ort der Verkündigung des Gotteswortes
dar - eine Predigt in Stein:
Der Sockel mit sechseckigem Kern, mit Aposteln und Heiligen
gleichsam als Basis, trägt Fuß und Kanzelkorb,
wie eine Blüte aus Stein, mit den Bildern der vier lateinischen
Kirchenväter; eine um den Pfeiler gewundene Treppe mit
gotischen Maßwerkrädern führt hinauf, am Treppenlauf
kämpfende Kröten und Eidechsen verdeutlichen den
ewigen Kampf alles Menschlichen zwischen Gut und Böse.
Unter dem Kanzelkorb blickt der "Fenstergucker"
in
den Raum, als Sinnbild des Menschen, der nun selbstbewußt
und nicht mehr anonym, wie im Mittelalter, hinter seiner Kunst
hervortritt. Zirkel und Winkelmaß lassen in ihm den
Baumeister erkennen.
Die Domkanzel war im Lauf der Jahrhunderte oft der Ort dramatischer
Auseinandersetzungen, zur Zeit der Reformation ebenso wie
im letzten Jahrhundert, als Kardinal Innitzer am
7. Oktober 1938, inmitten der Zeit des Nationalsozialismus,
von hier aus seine historische Predigt an die Jugend hielt.
|
 |
 |
|
Die Kanzel in der Fisheye Perspektive
|
|
|

|
|
Die Büste des
hl. Augustinus an der Domkanzel
|
|
|