Das Friedrichsgrab
Majestätisch erhebt sich im Apostelchor das Grabmal
Kaiser Friedrichs III., der im Jahr 1452 nach Rom zog,
um sich vom Papst krönen zu lassen. Die Erzdiözese
Wien verdankt ihm ihre Existenz.
Bereits dreißig Jahre vor seinem Tod hatte der Kaiser
mit dem Bau seines Grabmonuments beginnen lassen, welches
heute die südliche Chorhalle von St. Stephan gleichsam
in eine stille Grabkapelle verwandelt, die dem Besucher einen
Hauch von Ewigkeit vermittelt.
Im Jahr 1463 wurde der bedeutendste niederländische Bildhauer,
Niklas Gerhaert van Leyden, berufen, 1468 begann er,
nach einem weiteren Schreiben des Kaisers, mit der Arbeit
an der Deckplatte der Tumba und vollendete bis zu seinem Tod
im Jahr 1473 nur das Bild des Kaisers. Von ihm stammt aber
das Gesamtkonzept. Die Arbeit am Grabmal setzen Max Valmet,
der die Seitenreliefs ausführte und Michael Tichter,
der die Balustrade schuf, fort, im Jahr 1510 konnte mit der
Aufstellung im Apostelchor begonnen werden.
Als der Kaiser am 19. August 1493 in Linz, im Alter von 78
Jahren, nach dem Empfang der Sterbesakramente, starb, war
sein Grabmal noch nicht vollendet. Fast auf den Tag genau
20 Jahre mußte der Kaiser dann in der Herzogsgruft unter
dem Mittelchor noch auf die Fertigstellung seines Grabmal
in der Kirche warten, bis dann am 12. November 1513
die Übertragung seines Leichnams in das Hochgrab stattfand.
Eindringlich und eindrucksvoll ist die Botschaft des Grabmales:
Sakrale Würde und weltliche Macht verschmelzen zur
Einheit.
Die Gestalt des Kaisers auf dem Tumbadeckel ist nach Osten
zu gewendet, der aufgehenden Sonne entgegen, den Tag der Auferstehung
erwartend, umgeben von allen Zeichen seiner weltlichen Macht,
begleitet von den Wappenschildern seiner Besitzungen.
Seine Stiftungen und guten Werke, an den Seitenwänden
der Tumba dargestellt, sollen für ihn sprechen am jüngsten
Tag; sie überwinden Tod und Verwesung, symbolisiert durch
häßliches Getier und Totenschädel am Sockel
des Sarkophages; klagende Mönche beten für, der
auferstandene Christus, die Apostel, sowie die Hausheiligen,
beschützen die unsterbliche Seele des Kaisers.
Diese Bildersprache war klar und wurde von allen verstanden.
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Gesamtansicht des Friedrichsgrabes im Apostelchor
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Klagende Mönche beten für...
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... die unsterbliche Seele des Kaisers
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